Stille Post

Der Grundschullehrer Khalil bekommt eine Speicherkarte mit Videoaufnahmen von der Belagerung und dem Beschuss seiner kurdischen Heimatstadt Cizre. Er meint, in den Videos seine tot geglaubte Schwester an einem besonderen Mal zu erkennen. Da auch seine Eltern im Krieg in Kurdistan gestorben sind, sucht er nach seiner Schwester, davon überzeugt, dass sie noch lebt. Mithilfe seiner deutschen Freundin Leyla, einer Journalistin, versucht er, die Bilder in die Öffentlichkeit zu bringen. Von den deutschen Medien wird das Thema Kurdistan und Krieg in der Türkei komplett ignoriert. In seiner Verzweiflung greift er zu immer drastischeren Mitteln, und fängt an das Material zu bearbeiten. Die Redewendung „Das erste Opfer eines Kriegs ist die Wahrheit“ wirkt angesichts von Fake News und massenhaft organisierter Falschinformation fast schon naiv und überholt. Der Film stellt die Frage: Darf man ein Kriegsbild manipulieren, um damit die öffentliche Aufmerksamkeit zu wecken? Eine mitreißende und auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte über die Macht der Bilder und die Konstruktion der Wirklichkeit.

Polit-Drama; Deutsch, Kurdisch, Türkisch mit Untertiteln
Regie: Florian Hoffmann
Deutschland 2022, 95 Min.