Rimini

Es gibt Menschen die schauen sich gerne Horror-Filme an. Und es gibt Menschen, die freuen sich irgendwie mit Schaudern auf den neuen Ulrich Seidl Film. Die ersteren sind gruselig. “Rimini” tut mal wieder weh und ist voller Fremdscham. In der Vergangenheit ging es um die Sachen, die Österreicher “Im Keller” haben oder tun, um eine Sextouristin in Kenia oder dicke Teenagerinnen. Oft bleibt unklar inwieweit das “wirklich” dokumentarisch ist. Manchmal ist es eindeutig ein Spielfilm. So auch dieses Mal: Richie Bravo tritt in Rimini als abgehalfterter Ex-Schlagerstar im Winter, vor aus Österreich (wo auch sonst) angekarrtem Publikum, auf. Mit manch einer Dame gibt es schlechten Sex - für Geld. Und Geld will auch seine im Stich gelassenen Tochter…
„Richie Bravo meint das, was er singt, ernst. Er verkauft seinen Fans Träume und befriedigt ihre Sehnsüchte. Er ist kein Geschäftemacher, der nicht an das glaubt, was er tut. Das ist das Sympathische an dieser Figur.“ (Ulrich Seidl)
“Ein typischer Ulrich-Seidl-Film - keiner seiner besten, aber einer, der allein schon wegen der eindrücklich schrecklichen Hauptfigur im Gedächtnis bleiben dürfte.” (Fabian Wallmeier, RBB 24)

Reality-Schocker, Drama; Deutsche Fassung
Regie: Ulrich Seidl
Mit Michael Thomas, Tessa Göttlicher, Hans-Michael Rehberg, Inge Maux, Claudia Martini, Georg Friedrich
Österreich, Frankreich, Deutschland 2022, 114 Min.